Der Kampf geht auch 2018 weiter.

 

Für eine gerechte Verteilung der Gelder für die Privatkopie!

Liebe Künstler*innen und Unterstützer*inne

Die VG Bild-Kunst hat einen Systemwechsel vorgenommen. Eine gerechte Verteilung der Gelder für die „Privatkopie digital“ ist zur Zeit nur sehr eingeschränkt möglich. Die Versuche, die gravierenden Veränderungen des Verteilplans „Kopierabgabe – Privatkopie digital“ zu verhindern, sind gescheitert.

Einige Korrekturen hat die Aktion #ich krieg weniger mit Unterstützung des bbk berlin e.V. jedoch erreicht.

–  Es gibt jetzt zusätzliche Möglichkeiten, um von der neuen „Kopiervergütung Kunstpräsentationen“ zu profitieren: So kann man zum Beispiel auch Kunst im öffentlichen Raum, Kunst am Bau, Performance, Aktions- und auch Netzkunst melden.

–  Die VG Bild-Kunst hat Ihre Pläne, eine Bilddatenbank aufzubauen, bekräftigt. Diese soll ähnlich wie die Datenbanken der VG-Wort oder der GEMA funktionieren. Allerdings ist Geduld angesagt, – die Bilddatenbank ist Zukunftsmusik. Daher hat der bbk berlin e.V. gemeinsam mit #ich krieg weniger entschieden, dass wir uns neben unserem Kampf für eine anlassbezogene Ausschüttung weiter für eine Verbesserung des aktuellen Verteilplans einsetzen.

Unser Ziel ist es, dass alle Ausdrucks- und Erscheinungsformen zeitgenössischer Kunst, die im Internet, in der Presse, in Büchern und Ausstellungen öffentlich zugänglich und damit kopierbar sind, an den Ausschüttungen (wieder) partizipieren: Dabei spielt es keine Rolle, ob die Veröffentlichung ausschließlich im Internet stattfindet oder in Büchern, ob mit oder ohne Verlag etc. Denn wenn Bilder kopiert werden, steht den Urhebern ihr Anteil zu und den sollen sie auch erhalten.

Dieser Politik folgend wird der bbk berlin e.V.  auf der Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst am 28. Juli 2018 die folgenden 6 Anträge von insgesamt 20 Anträgen ablehnen:

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Wir lehnen ab:

Antrag 9 – BG I Änderungen Kopiervergütung Kunstausstellungen

 

–  Obwohl mit diesem Antrag eine Erweiterung meldefähiger Kunstpräsentationendurchgesetzt wird, für die wir stark gekämpft haben, sind wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Viele Kunstpräsentationen und -abbildungen im Netz und in den Medien, werden weiterhin nicht berücksichtigt. Zusätzlich gibt es die willkürliche Beschränkung auf maximal 12 meldefähige Kunstpräsentationen pro Jahr, was automatisch zu einer Begrenzung einer möglichen Vergütung führt.

–  Für Präsentationen außerhalb Deutschlands erscheint das vorliegende Modell deutlich ungerecht. Die Liste der benannten Museen schließt die meisten internationalen Kunstpräsentationen aus.

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Wir lehnen ab:

Antrag 11 & 12 – Einführung Privatkopie Bild Digital  / Korrekturen Privatkopie Bild Analog

Was bei den Künstlern der „neue Verteilplan Kunstpräsentationen“ ist, ist bei den Fotografen und Designern der „neue Verteilplan Honorare“. Obwohl die VG Bild-Kunst die Gelder für die „Privatkopie digital“ unter allen Urhebern gleich verteilen müsste, verteilt sie die Gelder in der Berufsgruppe BG II nach dem neuen Verteilplan in Abhängigkeit von geflossen, also nachzuweisenden Honoraren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bilder veröffentlicht wurden, – das für die Bilder gezahlte Honorar zählt.[1] Dieses Vorgehen benachteiligt viele Urheber.

[1] Wer kein Honorar erzielt, kann maximal 200 Einzelbilder melden, die dann mit einem fiktiven Honorar berechnet werden.

 

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Wir lehnen ab:

Antrag 15 – BG I & II – Änderungen Bibliothekstantieme

Es gibt grundsätzliche Bedenken gegen eine starre Quotenverteilung zwischen den einzelnen Berufsgruppen, Werkarten etc.. Die VG Bild-Kunst handelt in diesem Punkt nicht transparent genug. Der Quotenverteilung liegen laut VG Bild-Kunst empirischen Untersuchungen zugrunde. Eine solche Festlegung erscheint jedoch willkürlich. Erst die Einführung einer Bilddatenbank würde eine transparente Grundlage schaffen.

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Wir lehnen ab:

Antrag 16 – BG I & II – Verlegerbeteiligung

Wir lehnen die Verlegerbeteiligung an den Einnahmen der VG Bild-Kunst grundsätzlich ab. Im Bereich der Bildenden Kunst haben die Verleger nachweislich ihr Geschäftsmodell dahingehend geändert, dass sie das wirtschaftliche Risiko von Publikationen auf die Künstler*innen oder die Kunstinstitutionen übertragen haben. Es erscheint uns nicht gerechtfertigt, dass sie eine Beteiligung an Einnahmen erhalten, die nur den Urheber*innen zustehen.

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Wir lehnen ab:

Antrag 19 – BG I, II, III – Anpassung Bagatellgrenze Ausschüttung

Den Antrag zur Anpassung der Bagatellgrenze lehnen wir ab. Gerade Mitglieder der Berufsgruppe BG I (Künstler*innen), deren Ausschüttungen eher niedrig zu erwarten sind, wären davon besonders betroffen.

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Alle weiteren Anträge (1-8, 12-14, 17-18, 20) werden von uns nicht kritisch kommentiert.

Der ‚ich krieg weniger & bbk berlin wird auf der Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst am 28. Juli 2018 aktiv von Stimmführerinnen vertreten.

Wer sich unseren Forderungen anschließen will, kann seine Stimme bis zum 24.7. an den bbk berlin übertragen.

Kreuzen Sie den berufsverband bildender künstler*innen berlin e.V. auf dem Formular an, unterschreiben es und senden es an die VG Bild-Kunst.

Bitte direkt an die VG Bild-Kunst senden (per Mail, Post, Fax)

Falls Sie das Formular verlegt haben, finden Sie auf unserer Website ein neues:

http://www.bbk-berlin.de/con/bbk/front_content.php?idart=5786&refId=199

Noch kein Mitglied der VG Bild-Kunst? Vertrag unter folgendem Link anfordern:

http://www.bildkunst.de/service/mitglied-werden/vertrag-anfordern.html

 

 

Mit kollegialem Gruß

Martin Zellerhoff & bbk berlin